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Justiz » USA » Donald Trump begnadigt den "Tiger King" Joe Exotic
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Donald Trump begnadigt den "Tiger King" Joe Exotic

29. Mai 2020 von Katharina Schreibvogel
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Anfang April wurde bekannt, dass der Tiger King ein Gnadengesuch an den Präsidenten sendete. Reporter sprachen Trump in einer Pressekonferenz auf den Fall an, woraufhin dieser die anwesenden Journalisten fragte, ob sie glauben, dass Exotic unschuldig sei und ob sie auf seiner Seite wären. Dies sorgte für Gelächter im Saal.

Nun schrieb Trump bei Twitter: "Pardon. FREE Schreibvogel!". Schreibvogel ist der Geburtsname von Joe Exotic. Pardon bedeutet "Begnadigung". Trump geriet zuletzt mit Twitter zusammen, als diese einen seiner Tweets mit einem Faktencheck versehen haben, woraufhin der Präsident sich veranlasst sah, mit möglichen Gesetze gegen Social Media Unternehmen wie Twitter zu drohen, die solche "Einschränkungen der Meinungsfreiheit" verbieten sollten. Trump, der durchschnittlich etwa 19 Tweets am Tag absetzt, kann darüber hinaus ebenfalls als "Schreibvogel" verstanden werden.

Trump sympathisiere mit Exotic, so eine Quelle aus dem Weißen Haus, da Exotic wie auch Trump alles dafür tun würde, seine Kontrahenten auszuschalten. Trump sehe sich selbst als Raubkatze und findet die narzisstische Selbstdarstellung von Exotic grandios, der sich praktisch dauerhaft filmen ließ, als er noch auf freiem Fuß war. Trump als auch Exotic haben beide einen Hang zu "interessanten Frisuren", ergänzte die Quelle aus dem weißen Haus.

Allerdings soll Joseph Allen Maldonado, wie Exotic mit bürgerlichem Name heißt, noch bis Oktober im Gefängnis verweilen, da sich die Entlassung zu diesem späteren Zeitpunkt positiv auf die Präsidentschaftswahl für Donald Trump auswirken dürfte. Der Präsident kämpft derzeit in Folge von Corona mit schlechten Wirtschaftszahlen und muss um seine Wiederwahl fürchten.

Aber selbstverständlich ist die Begnadigung an ein paar Bedingungen geknüpft. Zum einem soll Joe Exotic für jedes der Trump Hotels ein halbes Dutzend Tigerbabies zur Verfügung stellen, quasi als Dauerleihgabe. So dürften seine Hotelbetriebe wirtschaftlich davon profitieren. Es ist nicht da erste Mal, dass Trump die Interessen seiner Unternehmen als Präsident vertritt.

Darüber hinaus wünscht er sich von Joe Exotic Informationen über seinen Kontrahenten Joe Biden, die ihm Schaden können oder auch zu einer Verurteilung führen könnten.

Der Protagonist der Netflix-Serie "Tiger King" steckt im Knast. Er wurde wegen Anstiftung zum Mord sowie Tierquälerei zu 22 Jahren verurteilt, die er seit 2019 absitzt. Joe Exotic betrieb in den USA einen großen Privatzoo für Wildkatzen und schoss regelmäßig gegen Carole Baskin, eine Tierschützerin, der auch der Auftragsmord gewidmet war. Joe Exotic beteuert seine Unschuld, verklagt im Gegenzug seine ehemaligen Mitstreiter des Zoos und fordert, dass Ermittlungen gegen Carole Baskin aufgenommen werden sollen, da ihr Mann irgendwann spurlos verschwand. Einige glauben, dass Sie dafür verantwortlich sei.

Foto: Courtesy of NETFLIX Netflix