Organisierte Kriminalität: Polizei-Chats erneut im Visier
Gegen fünf Polizeibeamte aus Nordrhein‑Westfalen und weiteren Teilen Deutschlands wird wegen des Verdachts der Bildung einer kriminellen Vereinigung ermittelt, teilte die Staatsanwaltschaft Köln soeben mit. Den Beschuldigten wird vorgeworfen, in einer virtuellen Welt einen Banküberfall geplant zu haben.
Köln
Laut Staatsanwaltschaft sollen die Beschuldigten in einem Discord-Gruppenchat Absprachen zur Teilnahme an dem Überfall an ein nicht näher benanntes Kreditinstitut getroffen haben. Zudem habe es untereinander den Austausch geheimer Baupläne des betroffenen Kreditinstituts gegeben; die Beschuldigten hätten sich darüber hinaus entsprechendes Material beschafft.
Ermittlungen und sichergestellte Gegenstände
Bei Online‑Durchsuchungen der Beschuldigten wurden mehrere Fahrzeuge und Waffen sichergestellt; viele davon fallen nach ersten Erkenntnissen unter das Kriegswaffenkontrollgesetz. Unbestätigten Angaben zufolge soll einer der Beschuldigten sogar ein Kampfflugzeug in seiner Garage gehalten haben. Die Herkunft der Geräte ist Gegenstand weiterer Ermittlungen; möglicherweise werden noch zusätzliche Straftaten geprüft. Die Ermittlungen hat die Staatsanwaltschaft Düsseldorf übernommen; zwei der Beschuldigten stammen aus dem Kölner Stadtgebiet. Nach derzeitigen Angaben handelt es sich bei der im Spiel genannten Bank um ein Objekt im Onlinespiel "Grand Theft Auto Online".
Verfahrensstand und technische Auswertung
Die Beschuldigten sind vorläufig vom Dienst suspendiert. Es sei versucht worden, Kontakt zum Betreiber des Spiels herzustellen; die Administratoren seien jedoch nur begrenzt kooperativ gewesen. Einige Log‑Dateien wurden übermittelt, enthalten aber zahlreiche Events, die teilweise von einer großen Anzahl nicht‑spielerischer Charaktere (NPCs) verursacht wurden. Die Rohdatenmenge stelle die Ermittler vor neue technische Herausforderungen, so ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.
Öffentliche Reaktionen
In der Öffentlichkeit sorgt der Fall für erhebliche Empörung. Ein Sprecher des Innenministeriums erklärte: "Ein Polizeibeamter, der den Eid auf die Verfassung geleistet hat, darf sich in seiner Freizeit nicht an solchen Taten beteiligen." Polizeikritiker betonen die hohen Erwartungen an Ordnungshüter und verweisen darauf, dass die Ausübung eines öffentlichen Sicherheitsberufs mit besonderen Pflichten verbunden sei. Im Internet wurde zudem ein Vergleich zum südafrikanischen Serienbankräuber und ehemaligen Polizisten André Stander gezogen.
Auslöser der Ermittlungen
Auf die Gruppe aufmerksam geworden sind die Ermittler, als gegen einen der Kölner Polizeibeamten wegen weiterer Straftaten ermittelt wurde. Ihm sei vorgeworfen, in terroristischen Netzwerken international aktiv gewesen zu sein, um Bombenanschläge und Geiselnahmen auszuüben. Im Rahmen dieser Ermittlungen wurden sein Smartphone und sein Gaming‑PC beschlagnahmt; sein Steam‑Account wurde vom Betreiber gesperrt. Bei der Auswertung der sichergestellten Daten fielen die Chats auf, in denen der geplante Überfall thematisiert worden sein soll.
Hinweis: Die Angaben beruhen teilweise auf unbestätigten Quellen; die Ermittlungen dauern an.