Im Naturschutzgebiet Taubergießen sorgt eine bislang unbekannte Kleinsäugerart für Aufsehen. Die Elefantenrüsselige Mäusemaus verblüfft Forschende mit ungewöhnlicher Anatomie und bemerkenswertem Verhalten.
Im Naturschutzgebiet Taubergießen ist einem Forschungsteam nach eigenen Angaben erstmals der Nachweis einer bislang unbekannten Kleinsäugerart gelungen. Die neu identifizierte Art erhielt vorläufig den wissenschaftlichen Namen Mus elephantorhynchus absurdus. Im Deutschen: Elefantenrüsselige Mäusemaus.
Das Team um den Biologen Dr. Hannes R. dokumentierte mehrere Sichtungen eines Kleinsäugers mit auffällig verlängertem Nasenfortsatz.
Äußerlich ähnelt die Elefantenrüsselige Mäusemaus zunächst einer gewöhnlichen Maus. Auffälligstes Merkmal ist jedoch der ungewöhnlich lange, bewegliche Nasenfortsatz, der entfernt an den Rüssel eines Elefanten erinnert. Ausgewachsene Tiere erreichen nach ersten Schätzungen eine Körperlänge von etwa acht bis zehn Zentimetern. Das Fell ist überwiegend graubraun und bietet im dichten Unterholz eine gute Tarnung. Auffallend sind zudem die im Verhältnis zum Körper ungewöhnlich großen Ohren, deren genaue Funktion noch untersucht wird. „Wir vermuten derzeit, dass das Tier damit hört“, erklärte Dr. Hannes R.
Besondere Aufmerksamkeit erregte die Beobachtung, dass die Tiere bei Annäherung regungslos verharren und ihren rüsselartigen Nasenfortsatz mehrfach in den Boden drücken. Über die Funktion dieses Verhaltens liegen bislang keine gesicherten Erkenntnisse vor. Fachleute vermuten, dass es der Tarnung dient.
Aufgrund der ungewöhnlichen Körperproportionen wurde zunächst vermutet, dass die Tiere Schwierigkeiten beim Laufen haben könnten. Diese Annahme bestätigte sich nicht. „Sie laufen überwiegend mit den Beinen“, erklärte das Institut.
Über die Ernährungsgewohnheiten der Elefantenrüsseligen Mäusemaus ist bislang nur wenig bekannt. Untersuchungen an den Fundstellen deuten darauf hin, dass sie sich überwiegend von Samen, kleinen Insekten und Wurzeln ernährt. Dabei soll der lange Nasenfortsatz helfen, Nahrung im lockeren Boden aufzuspüren. „Wir gehen davon aus, dass das Tier alles frisst, was ihm vor die Nase kommt“, erklärte Dr. Hannes R.
Eine Besonderheit stellt der Nestbau dar. Die Elefantenrüsselige Mäusemaus errichtet ihre Nester überwiegend aus feinem Sand. Diesem fügt sie ein körpereigenes Sekret bei, das über eine Drüse im Analbereich abgegeben wird. Anschließend verdichtet das Tier das Sand-Sekret-Gemisch durch wiederholtes Darüberlaufen und Stampfen, bis eine stabile Neststruktur entsteht. Forschende vergleichen das Verfahren mit einer einfachen Form natürlichen Stampflehms.
Auch über die Fortpflanzung der Art liegen bislang kaum gesicherte Erkenntnisse vor. Forschende vermuten, dass die Tiere über einen zweiten, deutlich kleineren Rüsselfortsatz verfügen, der außerhalb der Paarungszeit verborgen in einer Bauchfalte liegt. Welche Rolle dieser bei der Fortpflanzung spielt, ist Gegenstand weiterer Untersuchungen.
Die Jungtiere werden ausschließlich vom Muttertier gesäugt. Eine Beteiligung der männlichen Tiere an der Milchversorgung konnte bislang nicht beobachtet werden. Nach etwa fünf Monaten endet die elterliche Fürsorge. Die Jungtiere verlassen das Nest und sind fortan auf sich allein gestellt. Beobachtungen zufolge erfolgt die Trennung weitgehend konfliktfrei.
Die Lebenserwartung der Elefantenrüsseligen Mäusemaus gilt als vergleichsweise gering. Als mögliche Ursache nennen Forschende unter anderem das schwach ausgeprägte Sehvermögen der Tiere. Wiederholt wurde beobachtet, dass einzelne Exemplare unbeabsichtigt in tiefere Gewässer geraten und dort ertrinken. Auffällig ist, dass nur wenige Tiere bei Wasserkontakt spontan Schwimmbewegungen zeigen. Warum dieser bei anderen Kleinsäugern verbreitete Reflex bei der Art offenbar nur schwach ausgeprägt ist, soll weiter untersucht werden.
„Die Tiere können durchaus schwimmen“, erklärte der Biologe. „Sie wissen es nur meistens nicht.“
Tiere, die während ihres Lebens nicht in tiefere Gewässer geraten, erreichen nach bisherigen Beobachtungen ein deutlich höheres Lebensalter.
Bei akuter Gefahr zeigt die Elefantenrüsselige Mäusemaus ein ungewöhnliches Abwehrverhalten. Das Tier wirft sich blitzartig auf den Rücken, führt seinen Rüssel in den eigenen After ein und stößt anschließend einen auffallend schrillen Pfeifton aus. Welchen evolutionären Vorteil dieses Verhalten bietet, ist bislang ungeklärt. „Vereinfacht ausgedrückt pfeift das Tier in dieser Situation aus dem letzten Loch“, erklärte Dr. Hannes R.
Bei niedrigen Temperaturen wurde ein auffälliges Winterverhalten beobachtet. Die Tiere beginnen rhythmisch zu zittern und bewegen dabei ihren Rüssel in kreisförmigen Bewegungen. Welche Funktion diese Rüsselbewegung erfüllt, ist bislang nicht geklärt. Ein Zusammenhang mit der Regulation der Körpertemperatur konnte bisher weder bestätigt noch ausgeschlossen werden. „Wir können bislang nur mit Sicherheit sagen: Wenn den Tieren kalt ist, frieren sie“, erklärte Dr. Hannes R.
Die außergewöhnliche Hitze und Trockenheit dieses Sommers scheint den Tieren bislang wenig anzuhaben. Im Gegenteil: Durch die anhaltende Trockenperiode sind zahlreiche Gewässer im Lebensraum der Art stark zurückgegangen oder nahezu ausgetrocknet. Dadurch ist die Zahl der tödlichen Wasserunfälle deutlich gesunken. Forschende vermuten, dass dies zu einem raschen Anwachsen der Population führen könnte.
Auch die hohen Temperaturen scheinen die Fortpflanzung zu begünstigen. Nach ersten Beobachtungen führt Wärme dazu, dass der in einer Bauchfalte verborgene zweite Rüsselfortsatz schneller anschwillt und leichter hervortritt. Welche Temperaturen hierfür optimal sind, ist Gegenstand weiterer Untersuchungen.
Warum die Forschenden bislang keinerlei Angaben zum Schwanz der Elefantenrüsseligen Mäusemaus gemacht haben, erklärte das Institut auf Nachfrage überraschend knapp: „Die Mäusemaus hat keinen Schwanz.“
Aufgrund der bisherigen Datenlage gehen die Forschenden weiterhin von einer kleinen Population aus, die derzeit jedoch eine deutlich steigende Tendenz zeigen könnte. Weitere Untersuchungen zur genetischen Einordnung seien geplant.
Das Südwestdeutsche Institut für zoologische Feldforschung teilte mit, dass es für eine abschließende Bewertung noch zu früh sei. Die Bevölkerung wird gebeten, die markierten Flächen aus Gründen des Artenschutzes vorerst nicht zu betreten.
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